Montag, 4. Juni 2012

Onkel Rolf - You' ll never walk alone

6. Oktober 1981: Ein 10 jähriger ist mal nicht krank oder abwesend, sondern darf mit seinem Onkel das erstemal zum Eishockey. Der SC Bern spielt gegen den amtierenden Meister aus Biel. Beeindruckt von der Stimmung und dem Spiel, kann ich mich auch 31 Jahre später nicht an das Schlussresultat errinern. Dafür errinnere ich mich auch heute noch daran, wie Rolf Samstag stets sein Tricot überzog und zur Türe schritt: "Geisch wieder a Match, Röfe? Iiuu, ab uf Chlote!" Viele Jahre verpasste er kaum ein Spiel, egal ob Zürich, Langnau, Villars, La Chaux de Fonds, 2 Tage Arosa, 2 Tage Lugano.........Stolz war ich, als es mit Rolf nach Lugano an mein erstes Auswärtsspiel ging. Unvergesslich die Tour durch Lugano`s Paradiso, wo es eine kurze Nacht gab. Dankbar 2 Jahre später, als wir durch Rolfs Bekanntheit noch Tickets und einen Platz im Car bekamen, um 1989 den Meistertitel zu feiern. Damals gab es noch keine Fantrennung, keine Fackelwürfe, und schon gar keine Polizei in Kampfmontur vor den Stadien. Auch war er es, der ende Saison den Spielern stets eine 4 1/5 kg Toblerone brachte. Als Teenager durfte ich mit in die Kabine, und bekam von Paul - André Boutillier als Dank den Hockeystock überreicht.
Ein paar Jahre später: ich meide den SC Bern, Onkel Rolf geht praktisch nicht mehr. Rigorose Kontrollen, Altersdurchschnitt der Fans ca. 18 ( ja ja, wir waren auch jung ), und das Niveau noch tiefer. Es brauchte keine Lockversuche, sofort war Rolf dabei für Arosa Spiele. Es folgten Jahre die nicht leicht waren. Noch weniger für uns Angehörige. Es wurde damals eine Lösung gefunden, mut denen alle glücklich waren. Er ist wieder aufgeblüht und seine Lebensfreude war zurück. Zu fest hat er sich in das Aroser Dorf und die Einheimischen verliebt. So oft es ging, war Rolf dabei. Oft wurden die Nächte zum Tag gemacht, und manch ein Röteli wanderte von der Theke in unsren staubigen Kehlen. Was Du mir damals als Kind gegeben hast, durfte ich nun Dir geben.
Onkel Rolf: Gerne hätte ich Dich auch dieses Jahr mit an das Fussball Grümpi und die Spiele genommen. Doch eine Erkrankung tauchte aus dem Nichts auf und war zu fortgeschritten für eine Heilung. Was ich in den letzten Tagen befürchtet habe, wurde leider Wirklichkeit!
Danke, das Du mir die Liebe zum Eishockey geschenkt hast. Danke für die gute Zeit. Nun siehst Du all die Stars aus den früheren Eishockeyzeiten wieder. Nun kannst Du mit Ihnen über die gute alte Zeiten plaudern, und manche Anekdoten hervorkramen
Ruhe in Frieden!